Aktuelle Informationen

Förderverein
01.02.2018

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Mittwoch, 21. Februar 2018, 19.30 Uhr

Restaurant "Schlossgarten", Schlossstraße 25 in Bad Arolsen

Tagesordnung
1) Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017
2) Kassenbericht für die Jahre 2016 und 2017
3) Bericht der Kassenprüfer zum Jahresabschluss 2016
4) Entlastung des Vorstands
5) Wahl von zwei Kassenprüfern/-innen für den Jahresabschluss 2017
6) Aktuelle Förderanträge
7) Ausblick auf das Jahr 2018
8) Verschiedenes

12.08.2017

Förderverein unterstützt Fahrt des CRS-Chores nach Estland

Musici der Christian-Rauch-Schule nahmen am 12. Youth- Song-Festival „Laulupidu“ in Tallinn teil
(Ulrike Combé-von Nathusius)



Zu einer 9-tägigen Chorreise nach Estland brachen in der letzten Schulwoche Mitglieder des Kammerchores der Christian-Rauch-Schule, unterstützt von einigen wenigen jungen Musikstudenten aus Kassel, unter der Leitung ihres Lehrers Steffen Hause nach Estland auf. Damit folgten sie einer Einladung eines befreundeten estnischen Mädchenchores aus Orrissare auf Saarama, im Norden der größten Insel des Landes gelegen. Über 48 Stunden lang dauerte die Anfahrt mit dem Bus und mehreren Fähren über Dänemark, Schweden und Finnland; insgesamt über 5000 Kilometer legte die Gruppe zu Land und zu Wasser während dieser 9 Tage zurück. Und was die jungen Leute während dieser Chorreise sehen, erfahren, erleben durften, war neu, so vielfältig, auch emotional anrührend, dass sich diese Erlebnisse tief in ihre Erinnerung einprägen werden. Zu diesen Erfahrungen zählen zum Beispiel die Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit der die Schüler/innen von dem befreundeten estnischen Chor in deren Familien aufgenommen wurden. Einigen Besuchern des Jugendmusikfestivals, das vom 26.6. bis 3.7. letzten Jahres in Bad Arolsen stattgefunden hat, dürfte dieser Mädchenchor mit seinen engelsgleichen Stimmen noch gut in Erinnerung sein.



Zustande gekommen war der Kontakt nach Estland übrigens vor 11 Jahren über Rainer Böttcher, als er auf der Suche nach jugendlichen Ensembles für die Teilnahme am hiesigen Jugendmusikfestival war. Und auch im nächsten Jahr wird dieser Chor wieder in Bad Arolsen zu Gast sein, zusammen mit einer Brass-Band. Gemeinsam mit diesen beiden estnischen Gruppen gaben die Arolser ein beeindruckendes Konzert in der Katharinenkirche auf der Insel Muhu. Der CRS-Chor bot die „Missa for You(th)“ von Tjark Baumann dar; diese Messe hatte er bereits im Konzert in der Kirche in Mengeringhausen vor Fahrtantritt gesungen(siehe Artikel darüber in dieser Zeitung). Abschluss des Konzertes in Estland bildeten drei Lieder in estnischer Sprache, die von beiden Chören (Ühendkoor) gemeinsam vorgetragen wurden. Beim Zuhörer kam ein Gänsehautgefühl auf beim Lauschen dieses Gemeinschaftschores und seiner Demonstration, wie völkerverbindend Musik sein kann.



Absolutes Highlight dieser Chorfahrt stellte die Teilnahme an dem 12. „Youth and Dance Festival“ in der estnischen Hauptstadt Tallinn dar, denn an diesem riesigen Event, diesem Liederfest (estnisch: Laulupidu), das alle 5 Jahre zusammen mit dem estnischen Tanzfest stattfindet , und zwar als Sängerfest für Jugend-Chöre alternierend zu dem Sängerfest für Erwachsenen-Chöre, nahmen ca. 13 tausend jugendliche Sänger und Instrumentalisten teil. Die Zahl der Konzertbesucher dieses Freiluft-Konzertes dürfte bei über 70.000 gelegen haben. Extra nur für diese Liederfeste wurde auf einem großen Festgelände, von dem man einen Blick auf die Tallinner Bucht haben kann, 1957 eine Liedermuschel errichtet, die diese riesige Zahl von Sängern fassen kann. Der Arolser Chor war einer von nur ganz wenigen ausländischen der insgesamt 336 teilnehmenden Chöre.



Um überhaupt an diesem Chorfest teilnehmen zu dürfen, musste sich der Chor dafür bewerben und eine CD mit den zu singenden Liedern einreichen. Alle Lieder, die im Rahmen des 6-stündigen Konzertes erklangen, wurden ausschließlich in estnischer Sprache gesungen. Das ist kein Zufall, sondern hat seinen tieferen Grund darin, dass die Sängerfeste seit jeher die wichtigsten nationalen Kulturveranstaltungen sind; die von Generation zu Generation überlieferten Lieder handeln non nationaler Identität, eigener Tradition und Selbstbestimmung. Im Zusammenhang mit der Befreiung von der sowjetischen Abhängigkeit spricht man von der „singenden Revolution“ in Estland. So haben beim Liederfest 1990 eine halbe Million Esten – ein Drittel der Bevölkerung – singend die Unabhängigkeit Estlands eingefordert. Übrigens sind die Sängerfeste von der UNESCO als einzigartiges Kulturgut anerkannt und gehören zum immateriellen Welterbe.



Vorausgegangen war dem Konzert eine ca. 4 Stunden lang währende Prozession durch die Straßen der Stadt Tallinn zum Festgelände hin, an der alle Teilnehmer, auch der CRS- Chor, teilnahmen. Besonders beeindruckend war es für die deutschen Gäste, diese besondere Atmosphäre während des Umzuges und des Festes mitzuerleben: Menschen, die die Straßen säumten, riefen die Namen der teilnehmenden Gruppen und beklatschten sie, unendlich viele junge Leute traten in landestypischen Trachten auf, viele Frauen und Mädchen trugen Blumenkränze im Haar oder hielten Blumensträuße in der Hand, die blau-schwarz-weiße estnische Fahne wurde zig-tausendfach geschwungen; Liedbeiträge, die vom Publikum mit Begeisterungsstürmen aufgenommen wurden, zum Beispiel die des erst 26-jährigen Komponisten und Dirigenten Rasmus Puur, der es offensichtlich mit seiner Musik, einer Mischung aus traditionellem Liedgut und modernen Rhythmen , versteht, die Jugend anzusprechen, wurden mehrfach wiederholt: Es kam eine natürliche Ausgelassenheit und Freude auf, die ansteckend wirkte und auch die Menschen im Land begeistern und erfreuen sollte. So wundert es nicht, dass sowohl die Prozession als auch das bis abends 21 Uhr währende Konzert live übertragen wurden. Die Armbänder, die alle Mitwirkenden während der Zeit der Proben im Vorfeld des Konzertes und beim Konzert selbst trugen, um auf das Festgelände eingelassen zu werden, trugen den Schriftzug „Mina jään“, was so viel bedeutet wie „Ich bleibe“. Dieser Aussage kommt offensichtlich auch eine tiefere Bedeutung zu. Sie ist Ausdruck der Hoffnung, – so bringt es die Präsidentin der Republik Estlands in ihrem Grußwort zu diesem Festival auch zum Ausdruck, – dass es auch in hundert Jahren noch junge Leute in Estland geben möge, die die estnische Tradition in Musik und Tanz hegen und pflegen mögen. – Die Chorreise diente also nicht nur dem Zweck, sich musikalisch auszutauschen, sondern sie hatte, wie im übrigen viele andere schulische Exkursionen auch, den Effekt, dass die Schüler ganz nebenbei vieles gelernt haben: über Geographie, Geschichte und Politik dieses Landes und die Mentalität seiner Bürger. Möglich gemacht wurde diese Reise erst durch eine Anzahl heimischer Sponsoren. Diese wie alle Interessierten sind bereits heute schon ganz herzlich eingeladen zu einem Treffen am Samstag, den 19.8., ab 18 Uhr in Rhoden. Zunächst wird der Chor in der Kirche Teile seines Repertoires zu Gehör bringen, und anschließend findet im evangelischen Gemeindehaus anhand von Filmen und Bildern ein Rückblick auf diese beeindruckende Fahrt statt.



16.06.2017

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